
ansa: der Marktrückblick
Nicole Stigler
7. Januar 2026
ansa: der Marktrückblick Dezember 2025

Auf Basis der ansa-Konjunkturindizes zeigte sich im abgelaufenen Kalenderjahr eine klare Divergenz zwischen der Eurozone und den USA, wobei die USA als schwächere Region hervortraten. Beim Konjunktur-Niveau verzeichnete die Eurozone über weite Strecken positive Werte und blieb bis zum Herbst oberhalb der Neutralmarke, bevor es zu einer deutlichen Eintrübung kam. Der US-Level-Index hingegen sank im Jahresverlauf kontinuierlich und fiel klar unter die Neutralmarke, was auf eine anhaltende wirtschaftliche Eintrübung hindeutet. Die Momentum-lndikatoren bestätigen dieses Bild: Das US-Momentum wurde früh negativ und verharrte deutlich im negativen Bereich, ohne Anzeichen einer nachhaltigen Erholung, was auf einen fortgesetzten Verlust an wirtschaftlicher Dynamik hinweist. Das Momentum der Eurozone war deutlich volatiler und schwächte sich nach zwischenzeitlichen Erholungsphasen zur Jahresmitte erneut stark ab, im Einklang mit fragilen Wachstumsimpulsen. Im vierten Quartal konvergierten US- und Eurozonen-Dynamik in neutralem Territorium, was eher für eine Stabilisierung als für eine erneute Expansionsphase spricht. Der Dezember war zudem von einer außergewöhnlichen Stärke von Edelmetallen geprägt, angeführt vom Silberpreis. Wie erwartet senkte die US-Notenbank die Leitzinsen erneut und lieferte damit zusätzliche Unterstützung für die globalen Aktienmärkte.
In den USA kommt es trotz des beendeten Government Shutdown weiterhin zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten. Im Oktober und November sind -41.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft verloren gegangen – erwartet war die Schaffung 25.000 neuer Jobs. Die Arbeitslosenquote fiel mit 4,6 % etwas höher aus als erwartet (4,5 %). Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank leicht von 48,7 auf 48,2 (erwartet war ein Anstieg auf 49,0). Der ISM-Dienstleistungsindex hingegen stieg von 52,4 auf 52,6. Das Verbrauchervertrauen enttäuschte und gab nach: Der Conference Board Consumer Confidence Index von 89,1 verfehlte dabei die Erwartung von 91,0. Der Stimmungsindikator der Universität Michigan stieg dagegen von 51,0 auf 52,9 an. Die Verbraucherpreisinflation blieb mit 2,7 % (im Vorjahresvergleich) unterhalb der Erwartung von 3,1 %. Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) fiel mit 2,6 % ebenfalls niedriger aus als im Vorfeld angenommen (3,0 %). Die US-Notenbank senkte den Leitzins im Dezember erwartungsgemäß um weitere 0,25 Prozentpunkte. Per 30. Dezember preisten die Märkte gemäß Overnight Index Swaps 1,4 weitere Zinssenkungen für die ersten sechs Monate des neuen Jahres ein, der daraus implizierte Zinssatz liegt bei 3,3 %.
Im Euroraum lag der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor bei 52,6, niedriger als die Erwartung von 53,3, aber noch immer eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität signalisierend. Für das verarbeitende Gewerbe erreichte der Index 49,2 und blieb damit ebenfalls leicht unter den Erwartungen von 49,9. Das Wachstum der Industrieproduktion verbesserte sich im Jahresvergleich von 1,2 % auf 2,0 %. Die Verbraucherpreisinflation im Euroraum beträgt im Jahresvergleich 2,1 % und fällt somit etwas niedriger als im Vormonat aus. Die Kerninflationsrate blieb mit 2,4 % unverändert. Per Stichtag 30. Dezember preisten die Märkte laut Overnight Index Swaps keine weiteren Zinssenkungen für die erste Jahreshälfte 2026 ein, der implizierte Zielzinssatz liegt bei 1,9 %.
In China verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe leicht von 49,2 auf 50, 1. Das Industrieproduktionswachstum trübte sich etwas ein und fiel von 4,9 % auf 4,8 %, wobei die Markterwartung verfehlt wurde. Die Verbraucherpreisinflation stieg von 0,2 % wie erwartet auf 0,7 %. Die Entwicklung der Produzentenpreise im Jahresvergleich betrug -2,2 % (Vormonat: -2,1 %).
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