Marko Mähner Geschäftsführer GranValora
GRANVALORA

Marko Mähner

9. Februar 2026

Teil III – Rückblick 2025: Performance und Risiko in der Übersicht

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© GranValora - Die Experten für Wahre Werte

  • Wie investieren, wenn Märkte am Allzeithoch notieren

    von Marko Mähner

    Teil I hat gezeigt, wie anspruchsvoll 2025 für Anleger war.
    Teil II hat offengelegt, warum sich einzelne Sachwerte so unterschiedlich entwickelten.

    Teil III beantwortet nun die entscheidende Frage:

    Wie verhält man sich sinnvoll, wenn viele Märkte gleichzeitig hoch bewertet sind – und es keine einfachen Antworten mehr gibt?

    Hohe Bewertungen sind kein Ausnahmezustand – sondern ein Test

    Viele Anleger empfinden hohe Preise als Warnsignal. Andere als Aufforderung: „Spring noch schnell auf – du verpasst sonst etwas.“ Beides führt häufig zu Fehlentscheidungen.

    Historisch betrachtet sind Phasen hoher Bewertungen kein Sonderfall, sondern ein wiederkehrendes Marktumfeld. Sie verlangen jedoch eine andere Vorgehensweise: weniger Prognosen, mehr Struktur.

    Nicht die Frage, ob Märkte teuer sind, ist entscheidend – sondern wie man investiert, wenn sie es sind.

    Hohe Preise sind kein Handlunsgverbot
  • Drei Denkfehler, die in Hochpreisphasen Vermögen kosten

    Fehler 1: Warten auf den perfekten Zeitpunkt
    Viele Anleger warten auf den großen Rücksetzer – und investieren dann entweder gar nicht oder zu spät. Märkte korrigieren selten so, wie man es erwartet.

    Fehler 2: Alles-oder-nichts-Entscheidungen
    Entweder voll investieren oder komplett abwarten. Beides erhöht das Risiko falscher Entscheidungen unter Stress.

    Fehler 3: Rendite mit Qualität verwechseln
    Hohe vergangene Renditen werden als Zeichen von Sicherheit interpretiert – statt als Hinweis auf gestiegene Erwartungen und Risiken.

    Entscheidungsbaum „Wie gehe ich in teuren Märkten vor?“

  • Bewährte Vorgehensweisen für teure Märkte

    Schritt 1: Volatilität vorab akzeptieren

    Drawdowns sind kein Betriebsunfall, sondern Normalzustand und gehören untrennbar zu Investitionen dazu.
    Das eigentliche Risiko entsteht, wenn Anleger Positionen halten, deren Schwankungen sie mental nicht aushalten.

    Eine einfache Regel hilft:

    Investiere nur so viel, dass du auch bei deutlichen Rücksetzern investiert bleiben kannst.

    Schritt 2: Struktur vor Erwartung

    Statt zu fragen „Was bringt die höchste Rendite?“, sollten drei Fragen geklärt werden:

    1. Welche Funktion soll dieses Asset im Gesamtvermögen erfüllen?
    • Liquidität: Tagesgeld, eingeschränkt auch Staatsanleihen
    • Wachstum: Aktien, Edelmetalle, Technologiemetalle und Seltene Erden
    • Sachwert mit Hebelwirkung: Immobilien (für Anleger, die Aufwand und Komplexität nicht scheuen)

     

    1. Wie können die Schwankungen reduziert werden? 

    Alle Assets, die stärker wachsen als die Inflation, unterliegen Schwankungen! Diese vollständig auszuschließen, ist nicht möglich. Sie lassen sich jedoch reduzieren – durch Diversifikation, also der Verteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageklassen.

    1. Was sollte bei der Kapitalaufteilung berücksichtigt werden?

    Ein zentraler Faktor ist die Liquidität

    • Hohe Liquidität: Aktien, Gold, Silber, Platin, Palladium
    • Mittlere Liquidität: Iridium, Ruthenium, Technologiemetalle und Seltene Erden
    • Niedrige Liquidität: Immobilien

     

    Wer es einfach mag, der streut daher möglichst breit – ohne einzelne Chancen detailliert abzuwägen. Warum? Wer Prognosen von Experten verfolgt, stellt schnell fest: Sie liegen ohnehin (fast) immer daneben.

    Wer dagegen bewusst Chancen und Risiken einzelner Assets abwägen möchte, kommt um eine vertiefte Auseinandersetzung nicht herum. Dafür finden sich weiterführende Informationen zu den einzelnen Rohstoffen auf den Detailseiten (siehe unten).

    Wer so strukturiert vorgeht, hat bereits eine solide Grundlage für dauerhaften Anlageerfolg gelegt. Doch eine Frage bleibt: Wie geht man konkret in teuren oder gar überhitzten Märkten vor?

    Schritt 3: Gestaffelt investieren statt timen

    Rücksetzer kommen nicht immer dann, wenn man sie erwartet – und sie verlaufen selten so, wie geplant. Und: Kurse, die bereits stark gestiegen sind, können noch sehr lange weiter steigen.

    Diese beiden Beobachtungen machen deutlich: Perfektes Timing ist kaum möglich.

    Es gibt jedoch eine Vorgehensweise, die das Risiko eines schlechten Einstiegs deutlich reduziert – ohne darauf angewiesen zu sein, den Markt „richtig zu treffen“.

    „Gestaffelter Einstieg vs. Einmalinvestment“

    Im Frühjahr 2020 – zu dem damaligen Allzeithoch im Goldmarkt – habe ich drei Methoden für Investitionen in Hochpreisphasen vorgestellt.

    Mein Favorit, das „Intelligente Timing: Die 40-30-30-Methode“, hat sich seither vielfach bewährt.

    Zum Artikel: https://www.granvalora.de/wann-gold-kaufen-das-perfekte-timing/

    Wie sich diese Prinzipien konkret auf einzelne Anlageklassen übertragen lassen, zeigt der folgende Abschnitt.

  • Anwendung auf ausgewählte Anlageklassen

    Tagesgeld & Staatsanleihen – Liquidität statt Illusion

    Tagesgeld und Staatsanleihen eignen sich als Parkpositionen für Liquidität.
    Die Kaufkraft dürfte dabei kaum erhalten bleiben, auch wenn sich der Verlust typischerweise in Grenzen hält.

    Bei Staatsanleihen gilt: Planbarkeit entsteht nur bei Halt bis Endfälligkeit. Zwischenzeitliche Verluste sind kein Zeichen von Risiko – sondern Teil der Mechanik.

    Aktien – investieren ja, aber nicht blind

    Aktien bleiben langfristig unverzichtbar. In hoch bewerteten Phasen entscheidet jedoch weniger der Einstiegspunkt als die Fähigkeit, Schwankungen auszuhalten.

    Selektivität, Diversifikation und Geduld gewinnen an Bedeutung.
    Aktienmärkte belohnen Investoren auch in teuren Phasen – aber selten ohne Umwege.

    👉 Vertiefung: Detailseite Aktienmärkte & Bewertungszyklen

    Immobilien – Qualität schlägt Markterwartung

    Immobilien sind kein homogener Markt mehr. Lage, Objektqualität, Energieeffizienz und Finanzierung bestimmen den Erfolg stärker als allgemeine Preisindizes.

    Wer investiert, sollte weniger auf kurzfristige Wertsteigerung setzen, sondern auf langfristige Tragfähigkeit von Miete, Finanzierung und Substanz.

    👉 Vertiefung: Detailseite Immobilien zwischen Zinswende und Regulierung

    Edelmetalle & Rohstoffe – Knappheit ist nicht gleich Knappheit

    Börsennotierte Edelmetalle wie Gold oder Silber reagieren stark auf Kapitalströme. Andere Edelmetalle – etwa Iridium oder Ruthenium – folgen primär physischer Verfügbarkeit.

    In Hochpreisphasen entscheidet nicht die Kategorie, sondern die Marktmechanik.

    👉 Vertiefung: Die Facetten der Rohstoffe im Sachwertdepot

    Bitcoin – nur mit klarem Regelwerk

    Bitcoin ist etabliert, bleibt aber extrem volatil.
    Wer investiert, sollte dies bewusst als hochschwankende Beimischung tun – nicht als Ersatz für andere Anlageklassen.

    Hier gilt mehr als irgendwo sonst: Positionsgröße ist Risikomanagement.

  • Fazit: Hohe Preise verlangen Haltung – keine Vorhersagen

    Märkte mit hohen Bewertungen brauchen keine Glaskugel.
    Sie brauchen den Mut, Prognosen konsequent zu ignorieren!

    Wer heute versucht, aus der täglichen Flut von Marktmeinungen, Kurszielen und „sicheren Tipps“ den entscheidenden Vorteil herauszufiltern, verliert meist genau das, was in solchen Phasen am wichtigsten ist: Klarheit.

    Erfolgreiches Investieren in teuren Märkten bedeutet nicht, ständig neu zu reagieren – sondern einmal strukturiert zu entscheiden und sich dann an diesen Plan zu halten. Mit klar definierten Rollen für jedes Asset, realistischen Erwartungen an Schwankungen und der Bereitschaft, Zeit wirken zu lassen.

    Nicht jeder Sachwert entwickelt sich sofort. Manche brauchen Geduld. Andere verlaufen zwischenzeitlich enttäuschend. Doch genau darin liegt ihre Stärke: Auf lange Sicht haben Sachwerte Geldwerte immer geschlagen – und gerade in unsicheren Zeiten gilt das mehr denn je.

    Nicht der Markt entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.
    Es ist das Verhalten der Anleger, wenn es unbequem wird.

    Wenn Sie mehr über wahre Werte erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den Ratgeber „Geldwerte, Sachwerte, reine Werte“. Fordern Sie ihn hier kostenlos an.

  • Die Platinmetalle – starke Performance mit begrenzter Dynamik

    Platin und Palladium gehören zur Familie der Platinmetalle und werden in vielen industriellen Anwendungen gemeinsam betrachtet. In bestimmten Einsatzfeldern – insbesondere bei katalytischen Prozessen – sind sie funktional teilweise austauschbar, sofern technische und regulatorische Anforderungen erfüllt werden. Diese Substitutionsmöglichkeiten wirken nicht abrupt, sondern schrittweise und projektabhängig.

    2025 spiegelte sich diese enge Verbindung auch in der Wertentwicklung wider. Während Palladium „nur“ um 55,8 % zulegte, erzielte Platin einen stolzen Wertzuwachs von 101,3 %; eine Investition von 10.000 € hat sich auf über 20.000 € verdoppelt.

    Beide Metalle entwickelten sich damit deutlich positiv, ohne die extreme Dynamik spezialisierter Engpassmetalle zu erreichen. Die gemeinsame Betrachtung zeigt: Bei Platin und Palladium entscheidet weniger ein einzelner Nachfrageimpuls, sondern die Balance zwischen technischer Ersetzbarkeit, Kosten und Anwendung.

  • Alle in diesem Rückblick dargestellten Vergleiche basieren auf einer einheitlichen Methodik und klar definierten Standards zur Vergleichbarkeit. Ziel war es, Anlageklassen und Sachwerte so darzustellen, wie sie Anleger real erleben – inklusive Schwankungen, Rücksetzern und der dafür notwendigen Geduld.

    Berücksichtigt wurden ausschließlich reale Produkte und Märkte, in die Privatanleger grundsätzlich einfach, transparent und ohne Spezialstrukturen investieren können. Die Auswahl der Anlageklassen erfolgte bewusst praxisnah und nicht theoretisch.

    Eine Ausnahme bilden Immobilien, deren Entwicklung nicht über einzelne Objekte, sondern anhand etablierter Marktindizes abgebildet wird, um Vergleichbarkeit und Neutralität zu gewährleisten.

    Sämtliche Renditen, Drawdowns und Zeiträume beziehen sich auf das Jahr 2025 und sind einheitlich auf Euro-Basis ausgewiesen. Währungseffekte – etwa bei in US-Dollar gehandelten Märkten – sind damit bereits berücksichtigt.Detaillierte Informationen zu Datenquellen, Berechnungslogik, Auswahlkriterien und Abgrenzungen sind in der Methodik- und Quellenübersicht zusammengefasst.

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