SINNVOLLE GELDANLAGE: SACHWERTE

Geld ist etwas Abstraktes. Scheine und Münzen, nun gut, die kann man anfassen. Aber das in Aktien oder Fonds, Schatzbriefen oder Zertifikaten investierte Geld – das bleibt abstrakt. Deshalb bevorzugen viele Menschen für ihre Geldanlage etwas Konkretes: Sachwerte. Werte, die man anfassen kann.

Die gute Nachricht: Sachwerte geben nicht nur psychologisch einen Kick, sie sind ergänzen das Portfolio tatsächlich sinnvoll. Das gilt insbesondere für Immobilen und Rohstoffe wie Gold und andere Edelmetalle – die häufigsten Sachwerte. Natürlich gibt es noch viele andere Sachwerte, wie jeder Sammler von Kunst oder Weinen, von Oldtimern oder Uhren bestätigen kann. Sie alle gewinnen ihren Wert dadurch, dass sie so selten sind und daher die Nachfrage höher ist als das Angebot. Und das treibt bekanntlich die Preise.

Bevor wir genauer auf die unterschiedlichen Sachwerte eingehen, ein Hinweis: Offiziell gelten auch Aktien, Fonds und sogar ETF-Fonds als Sachwerte. Die Logik: Aktionäre sind Miteigentümer von Unternehmen, die wiederum über Sachwerte wie Gebäude und Maschinen verfügen. Kann man so sehen, wir behandeln Aktien, Fonds und ETF- bzw. Indexfonds an anderer Stelle unserer Investment-Akademie.

Rohstoffe wie Öl, Weizen, Holz oder Kobalt sind natürlich ebenfalls Sachwerte. Anders als bei Edelmetallen ist eine direkte Investition für Privatanleger nicht möglich. Sie können allerdings den „Umweg“ über entsprechende Zertifikate gehen.

IMMOBILIEN

Die Deutschen sind ein Volk – auch außerhalb Schwabens – von Häuslebauern. Kaum etwas ist ihnen so wichtig wie die eigenen vier Wände. Als die Hypothekenzinsen jahrelang immer neue Tiefstände erkundeten, hat das sowohl die Bautätigkeit als auch die Preise für Bestandsimmobilien beflügelt.

Die eigene Wohnung, das eigene Haus – natürlich ist das ein Sachwert. Ein immens wichtiger sogar. Aber keiner, der dem Vermögensaufbau dienen kann. Eine selbst bewohnte Immobilie erwirtschaftet ja keine Rendite, sondern sorgt für Kosten, etwa durch anfallende Reparaturen. Das ändert sich erst, wenn die Immobilie verkauft wird und in der Zwischenzeit an Wert gewonnen hat. Zwar wurden aufgrund der immensen Nachfrage in den vergangenen Jahre selbst höchst ambitionierte Verkaufspreise von Käufern aufgebracht, doch scheint derzeit wieder mehr Normalität einzukehren. Immobilien, die aufgrund ihrer Lage, ihres Alters oder ihres (beispielsweise energetischen) Zustands durchaus Defizite aufweisen, sind nicht mehr problemlos zu verkaufen. Und schon gar nicht mehr zu den Preisen, die noch vor zwei, drei Jahren möglich waren. Das bedeutet: Kein Immobilienbesitzer kann sich darauf verlassen, beim Verkauf tatsächlich einen Gewinn zu erzielen.

Wer Immobilien als Sachwertanlage sieht, denkt eh anders. Die entscheidende Frage lautet: Liegt die Rendite höher als die Hypothekenzinsen? Immobilien sind so teuer, dass sie kaum jemand aus der Portokasse bezahlen kann. Es muss also ein Kredit aufgenommen werden, was Kosten verursacht. Die Rendite aus Vermietung oder Verpachtung muss also so hoch sein, dass anschließend ein Plus verbucht wird.

Was selbstverständlich klingt, ist gar nicht so leicht zu erreichen. Denn auch bei Immobilien, die zur Geldanlage erworben wird, stellen sich viele Fragen: Wie gut ist die Gebäudesubstanz? Wie hoch ist die Nachfrage? Muss ich zusätzlich investieren, um die Immobilie auf einen gewünschten Stand zu bringen? Wer in die „falsche“ Immobilie investiert – weil plötzlich Schwamm entdeckt oder vor dem Wohnzimmerfenster ein Windpark gebaut wird –, kann jede Menge Geld verlieren.

Dieses „Klumpenrisiko“ – alles Kapital auf ein Objekt setzen – lässt sich für Anleger vermeiden, indem sie auf Immobilienfonds setzen. Diese Fonds gibt es in zwei Varianten:

Geschlossene Immobilienfonds investieren in eine bestimmte Immobilie oder in einige wenige Immobilien. Anteilskäufer gehen eine unternehmerische Beteiligung ein. Die Laufzeit, meist rund zehn Jahren, wird vorher festgelegt, ein vorzeitiger Ausstieg ist nicht vorgesehen. Für die recht hohen Renditeversprechen wird ein entsprechendes Investment gefordert: meist mindestens 10.000 Euro. Das Klumpenrisiko bleibt bestehen – aber dafür gibt es Fachexpertise und Know-how bei der Auswahl und beim Betrieb der Immobilien, die von den wenigsten Anlegern aufgebracht werden kann.

Offene Immobilienfonds investieren in deutlich mehr Immobilien mit zudem unterschiedlichen Funktionen, also beispielsweise Bürogebäude plus Wohnhäuser plus Hotels plus Parkhäuser. Diese Immobilien sind meist über verschiedene Standorte verstreut, um das Risiko nochmals zu senken. Ein Ein- und Ausstieg ist jederzeit möglich, die verlangten Summen moderat. Offene Immobilienfonds sind meist wertstabil und bieten häufig solide Renditen.

GOLD UND ANDERE EDELMETALLE

Wo Inflation, da steigende Goldpreise. Gold gilt – zu recht – seit Jahrtausenden als verlässlicher Wert. Es kann problemlos als Barren gekauft und gelagert werden. Zwar schwanken die Preise für Gold je nach konjunktureller Weltlage, doch als Sachwert hilft Gold unbestritten, um sich gegen Inflation und generell gegen Krisen abzusichern. Gold wird weltweit gehandelt und ist überhaupt nicht erklärungsbedürftig. Damit setzt Gold den Goldstandard für Sachwerte.

Gold generiert allerdings keine laufenden Erträge, wie es Aktien durch die Dividende oder Immobilien durch Miete oder Pacht ermöglichen. Und die Lagerung der Barren etwa im Bankschließfach kostet Gebühren, was von möglichen Wertsteigerungen abgeht.

Ein Investment in Edelmetalle ist vergleichsweise unkompliziert, weil es einen großen internationalen Markt gibt. Das gilt für Silber ebenso wie für Platin und Palladium. Auch für Seltene Erden wie Terbium-, Dysprosium-, Neodym- und Praseodym-Oxid sind als High-Tech-Metalle unverzichtbar und entsprechend gefragt – auch als Sachwertanlage.

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VOM SAMMLER ZUM SACHWERT

Von den Gorillaz gibt es eine Testpressung ihrer „Meanwhile“-EP. Bei Interesse: Die Vinylplatte der britischen Band kostet 60.000 Euro. Ein Schnäppchen, verglichen mit Dalmore 62 – zwei Flaschen dieses schottischen Whiskeys wechselten für je 299.000 Euro den Besitzer. Stolze 560.000 Dollar kostete das Paar Nike Air Jordan S1, das der Basketballer Michael Jordan 1985 bei einigen NBA-Spielen trug (und anschließend signierte).

Absurd? Eher eine Frage von Angebot und Nachfrage. Hätten die Gorillaz und Michael „Air“ Jordan nicht so viele Fans – weder Platte noch Sneaker wären so gefragt. Die Digitalisierung hilft dabei: Die globale Vernetzung von Sammlern und Händlern beflügelt die Preise.

Zumindest wenn die Nachfrage vorhanden ist. Mitunter erlahmt das Interesse, etwa für Briefmarken: Weil weniger gesammelt wird, sinken mit der Nachfrage auch die Preise. Das hält die Sammler nicht vom Sammeln ab – warum auch? Doch wer sein Spezialinteresse nutzen möchte, damit es beim langfristigen Vermögensaufbau hilft, muss anders denken. Wird die Nachfrage anhalten, vielleicht sogar zunehmen?

Das ist insbesondere in der Kunstwelt schwierig vorherzusagen. Bis heute kursiert die Geschichte, dass Vincent van Gogh in seinem Leben nur ein einziges Bild („La Vigne rouge à Montmajour“) hat verkaufen können. Allerdings bleibt es die Ausnahme, das zu Lebzeiten verkannte Künstlerinnen und Künstler posthum berühmt werden. Häufiger flaut das Interesse an angesagten Künstlerinnen und Künstlern nach einiger Zeit ab – und damit der Sachwert ihrer Werke.

SIND SACHWERTE EINE SINNVOLLE GELDANLAGE?

Ob Wein-, Whiskey- oder Kunstliebhaber: Wer sein Interesse und Know-how nicht nur zum „Haben wollen“-Sammeln einsetzt, sondern bewusst in Sachwerte mit Potenzial investiert, für den sie solche Sachwerte eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios.

Dasselbe gilt für die etablierten Sachwerte wie Gold (und andere Edelmetalle) und Immobilien. Da ihr Wert recht unabhängig ist vom Auf und Ab der Börsen, runden sie jedes Portfolio sinnvoll ab. Wobei bei Immobilien ein Investment in offene Immobilienfonds am sinnvollsten ist, um ein Klumpenrisiko mit den damit verbundenen Gefahren zu vermeiden.

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