Private-Equity

Private Equity

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Wer Aktien kauft, wird zum Miteigentümer eines Unternehmens. Das Mitspracherecht für Privatanleger ist allerdings faktisch gleich null. Das ist bei Private Equity anders. Bei diesem Begriff steht „Private“ für „Nicht-Börse“ und „Equity“ heißt schlicht „Geld“. Private Equity meint also Investitionen in Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Was der Name nicht vermittelt: Wer sich über Beteiligungskapital in eine Firma einkauft oder sie gar komplett übernimmt, will Einfluss nehmen, das Potenzial des Unternehmens ausreizen und Hürden aus dem Weg räumen

Dafür braucht es Expertise, und zwar Management-Expertise. Genau dieses Know-how setzen die Private-Equity-Gesellschaften ein, wenn sie lohnende Investments finden. Bei diesen Gesellschaften laufen die Millionen- oder gar Milliardensummen der Investoren zusammen, die nötig sind, um Firmen zu übernehmen. Die neuen Miteigentümer stellen den Geschäftsführern ihre Experten zur Seite. Manchmal lösen die Berater oder Manager des neuen Eigentümers die Geschäftsführung ab und übernehmen das Tagesgeschäft komplett.

Private-Equity-Gesellschaften haben unterschiedliche Strategie, um einen Wertzuwachs für „ihre“ Unternehmen zu generieren:

  • Growth: Das zusätzliche Kapital unterstützt wachsende Unternehmen bei der Expansion.
  • Buy-Out: Etablierte Unternehmen werden übernommen, um durch organisatorische Änderungen sowohl Effizienz als auch Rendite zu stärken.
  • Turnaround: Unternehmen in Schieflage werden übernommen, um sie zu sanieren.
  • Secondary: Unternehmen werden von anderen Private-Equity-Gesellschaften übernommen, um weitere Potenziale zu heben.

Bewusst nicht in diese Liste aufgenommen haben wir Gesellschaften, die sich auf Startups spezialisiert haben. Darüber erfahren Sie mehr in unserem Beitrag über Venture Capital.

Lohnt sich ein Investment in Private Equity?

Private Equity versteht sich als Katalysator: Sobald das Unternehmen sein Potenzial entfaltet, ziehen sich die Investoren zurück – und verkaufen das Unternehmen. Und alle Investoren werden am Gewinn beteiligt. Auch wenn ein großes Stück des Kuchens an die Private-Equity-Gesellschaften geht: Public-Equity-Fonds waren in den vergangenen Jahrzehnten zumindest so rentabel wie die Aktienmärkte, lagen mit ihrer Rendite häufig deutlich darüber.

Das Problem für Privatanleger: Von diesen Renditen konnten sie früher nie profitieren. Nur institutionelle Investoren konnten in Private-Equity-Fonds einzahlen. Die Mindestsummen – Millionenbeträge – waren schlicht zu hoch.

Private-Equity-Fonds sind als geschlossene Fonds angelegt: Investoren können Anteile „zeichnen“; ist genügend Geld zusammen, wird der Fonds geschlossen. Niemand kann mehr ein-oder aussteigen. Anleger müssen für die nächsten zehn bis zwölf Jahre an Bord bleiben.

Die besten Fondsgesellschafen können sich aussuchen, wessen Geld sie nehmen. Hier sitzen Experten, die sich in den jeweiligen Branchen bestens auskennen und exzellent vernetzt sind. Die Fondsgesellschaften haben wiederum Manager für die Praxis an der Hand, die sie in die Unternehmen schicken, um dort den Turnaround anzugehen und die Firma auf Wachstumskurs zu drehen.

Wer auf Private Equity setzt, muss den Fondsgesellschaften vertrauen. Die Fonds sind sogenannte Blindpools: Anleger wissen im Vorfeld nicht, in welche Unternehmen später investiert wird. Die Fonds investieren mit dem Anlegergeld in verschiedene Unternehmen, denen sie Wachstum und Wertsteigerung zutrauen. Das eingesammelte Geld ruft der Fonds während der Investitionsphase in Tranchen ab, da das Management sukzessive Unternehmen prüft und investiert. Diese Phase dauert in der Regel vier bis fünf Jahre. In dieser Zeit erhalten die Anleger meist keine Netto-Rendite: Zwar gibt es möglicherweise im dritten oder vierten Jahr bereits Ausschüttungen, doch ist die Summe des noch einzuzahlenden Kapitals höher als die ersten Rückflüsse. Ab dem fünften Jahr ist es typischerweise umgekehrt. Liquides Kapital aus Unternehmensverkäufen wird Jahr für Jahr bis zum Ende der Laufzeit an die Anleger ausgezahlt.

Wie können Privatanleger in Private Equity investieren?

Ein direktes Investments in Private-Equity-Fonds ist für Privatanleger – wenn sie keine Multimillionäre sind – faktisch unmöglich. Aber es gibt durchaus Mittel und Wege für ein Investment. Der eleganteste Weg führt über Private-Equity-Dachfonds. Das sind geschlossene Investmentfonds, die das Kapital der Privatanleger auf mehrere Private-Equity-Zielfonds verteilen. Die Einstiegssummen sind allerdings vergleichsweise hoch, betragen häufig 100.000 Euro oder 200.000 Euro als Mindestbetrag. Allerdings gibt es mittlerweile auch Publikumsfonds, bei denen 10.000 Euro für den Einstieg ausreichen.

Auch diese Publikums- bzw. Retailfonds sind meist Dachfonds und damit vergleichsweise teuer, denn zusätzlich zu den eigentliche Fonds muss auch die Verwaltung der Dachfonds bezahlt werden. Ein weiterer Nachteil: Die Laufzeiten dieser Dachfonds sind mitunter noch länger: bis zu 17 Jahren.

Wer mehr Liquidität möchte, kann alternativ auf ETFs setzen, die einen Index mit börsengelisteten Private-Equity-Gesellschaften abbilden. So zeichnet der iShares Listed Private Equity die Wertentwicklung von rund 70 Gesellschaften nach. Der Xtrackers LPX Private Equity bildet den Index LPX mit den 25 größten börsengehandelten Private-Equity-Gesellschaften ab. Der Vorteil gegenüber Dachfonds: ETFs können jederzeit gekauft und verkauft werden.

Mittlerweile gibt es auch Aktienfonds, die auf börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften setzen. Dieses Marktsegment heißt LPE-Fonds, wobei LPE für Listed Private Equity steht.

Für Privatanleger ist es ebenfalls möglich, auf die Entwicklung einzelner Private-Equity-Gesellschaften zu setzen und an der Börse Aktien dieser Unternehmen zu kaufen. Börsengehandelt werden unter anderem die Aktien von Blackstone, KKR, 3i Group, Carlyle und EQT.

Ja zu Private Equity?

Ob über Aktie, ETF oder Aktienfonds: Private Equity ist eine Assetklasse für erfahrene Anleger. Als Investment sollte es nie den Schwerpunkt eines Portfolios ausmachen, sondern in Maßen beigemischt werden, denn es steckt voller Risiken. Letztlich ist es eine Unternehmensbeteiligung: Haben sich die Fondsmanager verkalkuliert, wird’s nichts mit der Wertsteigerung. Deshalb gibt es auch keine Garantie, dass die erwartete Rendite tatsächlich erzielt wird.

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